Abstracts zu Workshops im Themenbereich V: Gewalt verhindern, Frieden schaffen – wie Schulen gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern Friedensbildung gestalten

 

 

11:00-12:30 und 14:00-15:30 Uhr

V-1. “Digitaler Frieden und Demokratie im Netz?” Pädagogische Arbeit zwischen Alltag und Utopie

Referierende: Theresa Hertrich, Holger Hespen, Dina Budwig (Kulturpixel e.V.)

Inhalt: 
Die Generation der nach 2000 Geborenen ist die erste Generation der viel zitierten “digital natives.” Für sie sind digitale Medien integraler Bestandteil ihres Lebens und ihrer Identität – ein Umstand, der von vielen Erwachsenen kritisch beäugt wird. Wir von Kulturpixel sehen diese Entwicklung differenziert: Die reflektierte Nutzung von Social Media kann auch eine unglaubliche Ressource darstellen. Schließlich sind Online- und Offlinewelt für Jugendliche untrennbar miteinander verwoben. Der digitale Raum ist längst Teil des “Reallife”. Genau in diesem Rahmen ihrer Lebenswelt wollen sich junge Menschen gerne engagieren: Spätestens #fridaysforfuture hat gezeigt, welche Rolle soziale Medien bei der Politisierung einer ganzen Generation spielen können.

Eine offene Zivilgesellschaft, die demokratisch und friedlich miteinander kommuniziert, ist auch und gerade im digitalen Raum erstrebenswert. Deshalb ist es unser Anliegen, Jugendliche zu einem reflektierten, selbstbestimmten Handeln im Netz zu befähigen. Besonders am Beispiel Cybermobbing mit seinen weitreichenden Folgen zeigt sich, warum ein solch bewusstes Handeln so bedeutsam ist.

Eltern und Lehrer*innen verfügen oft nicht über ausreichend Informationen oder Ressourcen, um ihren Kindern bei deren digitaler Sozialisation zur Seite zu stehen. Mit unserem Blick von „außen“ füllen wir diese Lücke und empowern Jugendliche zu einem kompetenten Umgang mit digitalen Medien.

Im Praxisteil unseres Workshops wollen wir anhand von Übungen mit Ihnen gemeinsam die sozialen Medien näher betrachten. Es wird genügend Raum geben, in den Austausch miteinander zu kommen. Wir freuen uns auf einen angeregten und ergebnisreichen Dialog!

 

Zur Institution: 

Kulturpixel e.V. fördert Respekt und Toleranz gegenüber der Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe, Ansichten und Einstellungen und setzt sich für ein friedliches Miteinander ein. Wir bieten zielgruppenorientierte Bildungsangebote, die Verständnis fördern, Diskriminierung abbauen und den Erwerb neuer Kompetenzen ermöglichen.  Genauso vielfältig wie unser Team sind unsere Formate. Wir arbeiten gerne in mehrtägigen Seminaren, welche wir erfahrungsorientiert, interaktiv und abwechslungsreich gestalten. Doch auch für Fachvorträge, kreative Projekte oder Beratungstätigkeiten können Sie uns gerne anfragen. Unsere Zielgruppe umfasst alle Altersstufen. Gerne machen wir Ihnen auch Angebote, die mehrsprachig oder nicht-deutschsprachig sind. Für Eltern und Lehrpersonen bieten wir zusätzlich Aufklärungsangebote, vor allem im Social Media Bereich, an. Besuchen Sie uns gerne online, um einen Überblick zu bekommen:

www.kulturpixel.org
Instagram: www.instagram.com/kulturpixel/, Facebook: 
www.facebook.com/kulturpixel/ 

 

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11:00-12:30 Uhr

V-2. "Respect your buddy" Ein Programm zum Umgang mit Diskriminierung und Rassismus

Referent: Marco Kosziollek (Referent im Landesjugendpfarramt für die Arbeit mit Schüler*innen / Haus kirchlicher Dienste, Landesjugendpfarramt)

Inhalt: 
Respect your buddy" - also "Respektiere deinen Kumpel" beschäftigt sich mit Machtgefälle und Privilegierung in Gruppen und in der Gesellschaft. Dabei werden handlungsorientierte Methoden eingesetzt, um auch emotional spüren zu können, was Diskriminierung bedeutet. Alle Übungen werden reflektiert. Das Programm ist in Modulen aufgebaut und wird auf die jeweilige Zielgruppe und den Zeitrahmen zugeschnitten. Dadurch eignet es sich für alle Schulformen und Jahrgangsstufen.

 

Über den Referenten:
Marco Kosziollek ist seit 2016 im Landesjugendpfarramt und schlägt als Referent für die Arbeit mit Schüler*innen die Brücke zwischen evangelischer Jugendarbeit und Schule vor Ort. Neben Tagen zur Orientierung und Klassentagungen (also mehrtägigen Projekten) bietet er auch kurzzeitigere Angebote aus dem Bereich Gewaltprävention und Antidiskriminierung/Antirassismus (z.B. "Respect your buddy").  Das Landesjugendpfarramt der Ev.-luth. Landeskirche Hannover ist die Fachstelle für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit der Landeskirche und zugleich Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Es bietet Fortbildungen sowie Expertise und Beratung und erarbeitet praxiserprobte Materialien im Bereich Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

www.ejh.de

 

 

14:00-15:30 Uhr

V-3. „UBUNTU – Gemeinsam sind wir stark!“ - Ein Projekt im Themenfeld des globalen Lernens
zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Klassengemeinschaft

Referent: Maik Bischhoff  (Friedenspädagogik im Antikriegshaus  Sievershausen)

Inhalt:
folgt

 

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11:00-12:30 und 14:00-15:30 Uhr

V-4. Civil Powker - ein systemisches Lernspiel zu zivilem Engagement bei internationalen Konflikten

Referenten: Christoph Pinkert und Ronny Gärtner (weltfrieden.eu  / Kulturpixel e.V., Drawehn-Schule)
 

Inhalt:
Bei Civil Powker bespielen Schülerinnen und Schüler ihre Handlungsmöglichkeiten in Deutschland anlässlich eines konkreten, irgendwo in der Welt ausbrechenden Konfliktes. Dafür schlüpfen junge Menschen ab 14 Jahre in individuelle Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, gestalten diese aus, beschäftigen sich mit ihren verschieden Interessen und Werten, lernen Verflechtungen kennen und empfinden Einflussmöglichkeiten nach. Ziel des eintägig konzipierten Planspiels ist es, die existierenden Handlungsspielräume in Deutschland vor allem im zivilgesellschaftlichen, aber auch im wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Civil Powker wurde 2014 offiziell gestartet und konnte sich zunehmend im gesamten Bundesgebiet etablieren. Es stellt dabei eine alternative zum Planspiel POL&IS dar, da es vor allem den Fokus auf zivile und gewaltfreie Mittel legt sowie die Stärkung der Zivilbevölkerung zum Ziel hat.

Im Workshop wird das Lernspiel Civil Powker vorgestellt, einige Aspekte praxisnah erprobt sowie der Einsatz und die derzeitigen Erfahrungen im Lernort Schule besprochen. Die Einbindung in die Curricula wird dabei ebenso thematisiert wie die strukturellen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Einsatzes.

 

Über die Referenten: 
Christoph Pinkert ist als Friedenspädagoge, -forscher, Trainer, Supervisor und Dozent in Deutschland und Europa aktiv. Im Zentrum stehen dabei Konfliktbearbeitungen, Analysen, Awareness-Programme zu Vorurteilen und Rassismus sowie die supervisorische Begleitung von unterschiedlichen Teams und Organisationen. Als zertifizierter Trainer für „Transkulturelles Lernen und konstruktive Konfliktbearbeitung“, Menschenrechtsarbeit sowie Peacebuilding arbeitet er an der Stärkung einer gesunden und friedlichen Zivilgesellschaft mit. Ausbildungen in der Genozid- und Gedenkstättenarbeit sowie im Lernspiel Civil Powker befähigen Herrn Pinkert ein breites Spektrum friedenspädagogischer Angebote zu verwirklichen. Als Gründungsmitglied von Kulturpixel e.V. bringt er seine Expertise in Bildungsprojekte in ganz Deutschland ein und entwickelt kultur- und biografiesensible Trainings, u.a. für die UNESCO weiter.

www.weltfrieden.eupinkert@weltfrieden.eu


Ronny Gärtner unterrichtet Politik/Wirtschaft, Deutsch und Philosophie (Sek I und II) an der KGS Drawehn-Schule Clenze. ronny.gaertner@drawehn-schule.net


In Kooperation mit den Institutionen:

KURVE Wustrow - Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V. (www.kurvewustrow.org; info@kurvewustrow.org)

Kulturpixel e.V. (www.kulturpixel.org; mail@kulturpixel.org)

Drawehn-Schule Clenze – Kooperative Gesamtschule (https://www.drawehn-schule.de/; marx@drawehn-schule.de)

 

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V-5. 11:00-12:30 und 14:00-15:30 Uhr

Wie gehe ich mit Rechtspopulismus im Unterricht um?
Rassismuskritische Unterrichtsmaterialien und Didaktik für viele Fächer

Referent: Ramses Michael Oueslati

Inhalt:
Die Überzeugten stärken und lauter machen, die Wankelmütigen bewusst ansprechen, die Verlorenen mit Expert*innen begleiten... doch wie geht das im Unterricht in Zeiten rechtspopulistischer Verweigerung? Welche Ansätze helfen überhaupt? Argumentieren? Sensibilisieren? Dekonstruieren? Oder ignorieren? Wie vermeide ich moralische Belehrungen, aber schütze Betroffene?
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DES NIEDERSÄCHSISCHEN KULTUSMINISTERIUMS GEFÖRDERTE UNTERRICHTSMATERIALIEN MIT EINEM PRÄMIERTEN FILM WERDEN KURZ VORGESTELLT. Der Autor und Mitherausgeber Ramses M. Oueslati ist anwesend. 

 

Über den Referenten:
Lehrerfortbildner für Rassismuskritik und Islamismusprävention und Interkultureller Koordinator der Nelson-Mandela-Schule in Hamburg

 

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11:00-12:30 Uhr

V-6. Friedenspolitik und zivile Konfliktbearbeitung – die (häufig) übersehene Alternative jenseits militärischer Sicherheitspolitik

Referierende: Elvin Hülser (Antikriegshaus Sievershausen)
Samuel Bhatti und Hannah Rose (Evangelisch-Lutherisches Missionswerk in Niedersachsen)
Krischan Oberle (Bund für Soziale Verteidigung e.V., Krischan Oberle)

Inhalt
Wenn wir in diesen Zeiten von Frieden und Sicherheit in den internationalen Beziehungen hören, so denken die meisten von uns zunächst an Krisengipfel und bewaffnete Auseinandersetzungen. Die Frage, wie wir „unsere Interessen verteidigen“ und unsere Sicherheit gewährleisten können, steht zumeist obenan. Die Diskussion folgt häufig dem, was man als Sicherheitslogik bezeichnen kann: Aus der Sicht eines Akteurs/einer Akteurin werden Sicherheitsinteressen definiert und daraufhin Mittel gesucht, diese zu schützen. Die Probleme sollen ferngehalten werden, häufig durch militärische Abschreckung oder militärisches Eingreifen. Doch kann so nachhaltig Frieden erreicht werden? In einer friedenslogischen Perspektive können Konflikte nachhaltig nur gelöst werden, wenn alle Konfliktparteien an der Erarbeitung von Lösungen beteiligt und die Perspektiven aller berücksichtigt sind. Dies gilt im Schulalltag wie in der großen Politik.

Das Angebot zeigt anhand praktischer Beispiele aus der internationalen Zusammenarbeit, dass und wie eine solche Arbeit gelingen kann. Es wird erläutert, dass ein solcher Ansatz neben der sicherheitslogisch geprägten Perspektive auch Teil deutschen Regierungshandelns ist. Mit dem „Zentrum für internationale Friedenseinsätze“ und dem “Konsortium Ziviler Friedensdienst“ existieren Instrumente für die Umsetzung. Schließlich soll die Debatte über Möglichkeiten und Grenzen militärischer Sicherheitspolitik wie ziviler Konfliktbearbeitung in der internationalen Politik unter den Schülerinnen und Schülern befruchtet und befördert werden.

Das Angebot könnte u.a. Gegenstand des Unterrichts im Themenfeld Internationale Sicherheits- und Friedenspolitik (Kerncurriculum Politik-Wirtschaft, Klasse 12, 1. Halbjahr) sein.

 

Über die Referierenden und z.T. Institutionen:

Elvin Hülser ist Geschäftsführer und Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen. Arbeitsschwerpunkte sind Themen der Friedens- und Sicherheitspolitik, der zivilen Konfliktbearbeitung sowie Demokratieförderung und die Auseinandersetzung mit Populismus, Extremismus und Fundamentalismus.

Seit 40 Jahren steht das Antikriegshaus Sievershausen für lokale Friedensarbeit in internationalen Bezügen. Seit 2018 ist das Antikriegshaus einer der Begegnungsorte des Friedens innerhalb der Ev.-luth. Landeskirche Hannover.

Wir stehen Ihnen zu Themen der Friedensarbeit, Friedenspolitik und der Auseinandersetzung mit Populismus und Extremismus zur Verfügung. Pädagogische Angebote für Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention werden unter dem Titel 'Frieden lernen und erleben' vorgehalten.  

www.antikriegshaus.de.  www.frieden-erleben.de

 

Hannah Rose (Referentin Armut und Friedensarbeit International) arbeitet zum Thema Friedensarbeit in Süd-Süd-Nord-Begegnungen mit den evangelisch-lutherischen Partnerkirchen in Indien, Äthiopien, Malawi, Zentralafrikanische Republik, Südafrika, Russland und Brasilien. Schwerpunkte sind aktuell: Praxis von interreligiösem Dialog in der Zentralafrikanischen Republik und Gestaltung von Spielräumen in der globalen Komplexität von Gerechtigkeit und Frieden. 

www.elm-mission.net

 

Samuel E. Bhatti kommt aus Pakistan und hat dort mit Geflüchteten und in Empowerment-Projekten mit Jugendlichen gearbeitet. Er ist Theologe, Friedensbotschafter und interkultureller Brückenbauer.

 

Krischan Oberle arbeitet als Bildungsreferent bei der Friedensorganisation Bund für Soziale Verteidigung. Er arbeitet mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand konkreter Beispiele aus dem Globalen Süden zu ziviler Konfliktbearbeitung. Ein besonderer Fokus liegt auf zivilem Peacekeeping, dem Schutz von Zivilbevölkerung durch Zivilist*innen in Konflikt- und Kriegsgebieten. Außerdem arbeitet Krischan Oberle als freier Trainer, u.a. für das Antikriegshaus Sievershausen. 

www.soziale-verteidigung.de

 

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14:00-15:30 Uhr

V-7.  Zivile Instrumente der Friedenssicherung - Internationale Wahlbeobachtung als Mittel der Demokratieförderung

Referierende: Mechthild Herkenhoff, Anke Smollich, Rita Taphorn (Evangelisches Bildungswerk Ammerland)

Inhalt: 
Im Rahmen der zivilen Konfliktbearbeitung engagiert sich Deutschland u.a. im Bereich der Internationalen Wahlbeobachtung. Es handelt sich dabei um ein Kerninstrument der Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Die Analysen ermöglichen ein hohes Maß an Transparenz in Willens- und Entscheidungsprozessen. Unregelmäßigkeiten werden offen gelegt, um so das Vertrauen in den Wahlprozess zu stärken. Im Rahmen des Workshops stellen wir die Bedeutung und den technischen Ablauf einer Internationalen Wahlbeobachtung in der Kooperation mit internationalen Partnern, wie z.B. der EU oder der OSZE dar. Teilehmer*innen an Friedenseinsätzen und Wahlbeobachtungen berichten von ihren Erfahrungen. Wir sind als Expertinnen in Kurz- und Langzeiteinsätzen in ca. 20 Ländern aktiv gewesen und stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung. Für Schülerinnen und Schüler der SEK I und der SEK II kann die Arbeit in Internationalen Organisationen auch ein Thema im Rahmen der Berufs- und Studienangebote sein. Wir werden auch diesen Schwerpunkt kurz darstellen und entsprechendes Material zur Verfügung stellen.

 

Über die Referentin:
Mechthild Herkenhoff, Diplom Pädagogin mit dem Schwerpunkt interkulturelle Pädagogik Mitglied im ExpertInnenpool für Internationale Friedenseinsätze. Das berufliche Erfahrungsspektrum erstreckt sich über längere Arbeitseinsätze im Ausland, Kurzzeiteinsätze in Friedensmissionen, langjährige Erfahrungen im Bereich der Jugendhilfe, Mediationsangebote, und Angebote zur Gewalt- Prävention in Schulen Gestaltung von workshops und Projekttage auf Anfrage 

 

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11:00-12:30 Uhr 

V-8. Aus den Augen – aus dem Sinn – 
aus der Verantwortung? Einflüsse der Rohstoffgewinnung auf Menschenrechte, Demokratie, Frieden und Umwelt.

Referenten: Manuel Wollschläger und Gebhard Körte (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe, AGEH, Forum Ziviler Friedensdienst e.V.)

Inhalt:
Mit Lebens- und Genussmitteln gefüllte Regale im Supermarkt, schicke Smartphones in den Auslagen der Handyanbieter: Kaum ein junger Mensch, der weder Mobiltelefon noch Snacks mit in die Schule bringt. Vielen dieser im Alltag unverzichtbar gewordenen Produkte ist nicht anzusehen, dass wichtige Bestandteile aus Ländern des globalen Südens stammen. Verzweigte Lieferketten verschleiern, wie der hiesige Konsum einerseits auf die Lebenssituation in den Herkunftsländern der Rohstoffe wirkt und andererseits zur globalen Klimaveränderung beiträgt.

Laut dem 'Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH' verbraucht schon ein kleines 80 Gramm schweres Mobiltelefon während seiner Nutzungszeit etwa 75 Kilo an Ressourcen – ein schwerer ‚ökologischer Rucksack’. Mehr als 35 Kilo werden allein für den Abbau der Rohstoffe aufgewendet.

Anhand ihrer mehrjährigen Arbeit in der DR Kongo bzw. den Philippinen werden die Referenten von der politischen, sozialen und ökologischen Dimension der Gewinnung wichtiger Rohstoffe für elektronische Geräte und der Erzeugung von Palmöl berichten sowie Politikansätze der Bundesregierung und internationale Initiativen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen anschließend Ideen für curriculare Zugänge und aktivierende Handlungsansätze für Schüler*innen und Schulen entwickelt werden.

 

Über die Referenten: 
Manuel Wollschläger ist Journalist und Entwicklungshelfer. Nach einem Studium der internationalen Wirtschaft in Frankreich, sowie ersten Erfahrungen in Kolumbien und Mali engagierte er sich mit der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) über zehn Jahre in Afrika. Zunächst als Berater zivilgesellschaftlicher Organisationen im Ost-Kongo tätig, koordinierte er bis 2018 den Zivilen Friedensdienst für die AGEH in Burundi, Ruanda und der Demokratische Republik Kongo. Als Experte für Konfliktrohstoffe begleitete er den Versuch, Zertifizierungsmechanismen vor Ort zu etablieren.

Gebhard Körte ist freiberuflicher Journalist, Referent und Mediator. Sein besonderes Interesse gilt der Region Südostasien, in der er als Auslandskorrespondent für deutschsprachige Printmedien und Hörfunk (1986-1992) sowie als Friedensberater und Projektmanager des ‚Forum Ziviler Friedensdienst’ (2013-2016) ein Jahrzehnt gelebt und gearbeitet hat.

 

Über die Institutionen:
Die 1959 gegründete AGEH ist der Personaldienst der deutschen Katholiken für Entwicklungszusammenarbeit und staatlich anerkannter Entwicklungsdienst. Der Verein wird von 29 Mitgliedern getragen, dazu zählen u. a. katholische Organisationen, wie das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, das Kolpingwerk und der Caritasverband. Die AGEH ist zudem einer von neun Trägern des von der Bundesregierung finanzierten Programms „Ziviler Friedensdienst“.

Das 1996 gegründete Forum Ziviler Friedensdienst e.V. in Köln ist eine weltweit aktive Friedensorganisation mit mehr als 150 Mitarbeitenden und gehört ebenfalls zu den neun Trägern des von der Bundesregierung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierten Programms ‚Ziviler Friedensdienst’.

 

 

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14:00-15:30 Uhr

V-9. Friedenspolitik und zivile Konfliktbearbeitung im Spannungsfeld zwischen Konfliktlösung und struktureller Gewalt

Referentinnen: Frauke Siedenburg und Mandana Afshar (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe, AGEH)

Inhalt:
In der täglichen Arbeit als zivile Friedensfachkraft in Ländern, die jahrelange bewaffnete Konflikte erlebt haben und erleben, stehen wir vor der Situation Menschen zu begleiten und ihnen Methoden an die Hand zu geben, Konflikte friedlich auszutragen und Alternativen zu weiteren Eskalationen zu finden. Bei der Suche nach den Ursachen dieser Konflikte stoßen wir häufig auf das Thema soziale Ungleichheit, Not, Vorurteile und Diskriminierung oder auch Gewalt gegen Gesellschaftsgruppen durch private oder staatliche Instanzen. Als ehemalige zivile Friedensfachkräfte berichten wir über dieses Spannungsfeld, über Probleme aber auch Erfolge. Sowohl in den begleiteten Projekten in Guatemala als auch dem Südsudan und im Irak war die Arbeit zum Thema Demokratiebildung, Konfliktlösung und auch Traumafolgen ständig begleitet von dem Versuch, Menschen darin zu bestärken, sich stärker in die Zivilgesellschaft einzubringen und ihre soziale Situation zu verbessern. Zu den angewandten Techniken der Mediation als auch bei der Aufarbeitung von Traumata kamen das Psychodrama, andere Theatertechniken und die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg zum Einsatz. Die Idee dahinter ist, sich in die gegnerische Partei einzufühlen. Konflikte nicht nur intellektuell zu verstehen, sondern die Gefühle und Bedürfnisse dahinter zu erspüren, emotional nacherleben zu können. Techniken, die auch bei uns in unseren Konflikten eine Rolle spielen. Was in Guatemala, dem Südsudan und im Irak zu Konflikten führt hat auch bei uns Bedeutung.Gibt es Paralellen? Finden sich ähnliche destruktive Mechanismen der Bewältigung von Konflikten, sozialer Ungleichheit, Flucht und das Erstarken von sozial ausgrenzenden Haltungen auch hier? 


Über die Referentinnen / Über die Institution
Frauke Siedenburg ist Diplom-Pädagogin mit Zusatzausbildungen in Mediation und Traumapädagogik. Sie wurde von der AGEH (Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe e.V.,Köln) zweimal als zivile Friedensfachkraft ensandt. (Von 2010-2013 in den Südsudan und von 2017 bis 2018 nach Guatemala). Die Schwerpunkte der Arbeit waren Konfliktlösung und Ausbildung in Traumaberatung.

AGEH Die 1959 gegründete AGEH ist der Personaldienst der deutschen Katholiken für Entwicklungszusammenarbeit und staatlich anerkannter Entwicklungsdienst. Der Verein wird von 29 Mitgliedern getragen, dazu zählen u. a. katholische Organisationen, wie das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, das Kolpingwerk und der Caritasverband. Die AGEH ist zudem einer von neun Trägern des von der Bundesregierung finanzierten Programms „Ziviler Friedensdienst“.

 

Mandana Afshar Mandana Afshar ist Volljuristin und arbeitet seit mehr als 12 Jahren in der Demokratiebildung. Sie war 2011-2015 mit internationale Organisationen in Irak tätig. Die Schwerpunkte der Arbeit waren Demokratie, Governance, und Organisationsentwicklung.

 

 

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V-10.  11:00 Uhr 

Kreative Formen der historischen Auseinandersetzung am Beispiel des Lernortes Gedenkstätte Ahlem

Referierende: Shaun Hermel und Stefanie Burmeister (Gedenkstätte Ahlem, Region Hannover)

Inhalt:
Die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover befindet sich am Ort einer ehemaligen israelitischen Gartenbauschule. Die wechselhafte Geschichte dieser Einrichtung ist bis weit in die Zeit des Nationalsozialismus geprägt von jüdischer Selbstbestimmung, Behauptung und Emanzipation. Jedoch gelingt es den Nazis bereits vor Schließung der Schule 1942 das Gelände zu einer Sammelstelle zur Vorbereitung der Deportation jüdischer Menschen nach Osteuropa zu machen. Inhaftierungen, Folter und Mord prägen die Geschichte des Ortes fortan bis zum Kriegsende 1945.

Seit der Fertigstellung der Neukonzeption der Gedenkstätte 2014 ist die Verbindung der positiven wie negativen Aspekte zentrales Merkmal der Dauerausstellung und der pädagogischen Arbeit. Da das Narrativ auf etliche Erfolgsgeschichten zurückgreift, bieten sich vielfältige Möglichkeiten, diese zu stärken, ohne dabei die Verfolgungsgeschichte auszublenden.

Der Workshop zeigt Ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie sich Jugendliche in Workshops oder Projekten teilweise künstlerisch-kreativ, eigenverantwortlich und einfühlsam mit den Biografien und für sie wichtigen Aspekten der ehemaligen Gartenbauschule beschäftigt haben. In Zeiten des Ablebens der Erlebnisgeneration von Nationalsozialismus und Holocaust können sie beispielhaft stehen für moderne Formen der Aufarbeitung, Stärkung von Partizipation und der Förderung verschiedener Kompetenzen.  

 

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